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EVALUATION DES TELEFONISCHEN BERATUNGSANGEBOTES FÜR SOLDATEN MIT EINSATZBEDINGTEN PSYCHISCHEN BELASTUNGEN UND DEREN ANGEHÖRIGE

Aus der Abteilung VIB – Psychotraumazentrum/Forschungssektion am Bundeswehrkrankenhaus Berlin¹ (Chefarzt: Flottenarzt Dr. W. Titius, MBA) und der Professur für Allgemeine Psychologie² der Helmut Schmidt-Universität / Universität der Bundeswehr Hamburg (Präsident: Prof. Dr. W. Seidel)



von Ulrike Gabriel², Thomas Jacobsen², Robin Hauffa¹, Peter Zimmermann¹ und Jens T. Kowalski¹

Im Mai 2009 wurde entsprechend des Beschlusses des Bundestages die telefonische Beratungshotline für Soldaten mit einsatzbedingten psychischen Störungen in Betrieb genommen.

Betroffene, ihre Angehörigen und Partner können sich anonym für eine fachliche Beratung und Unterstützung unter einer kostenfreien Rufnummer mit dem medizinischen Fachpersonal des Forschungs- und Behandlungszentrums für Psychotraumatologie der Bundeswehr am Bundeswehrkrankenhaus Berlin in Verbindung setzen.

Methoden:

Die 542 Anrufe, die im Erhebungszeitraum von Mai 2009 bis Juli 2011 eingegangen sind, wurden mittels non-parametrischer Verfahren (Kruskal-Wallis-Test ) hinsichtlich ihrer Häufigkeiten, der nutzenden Personengruppen, der zugrunde liegenden Einsätze, der auslösenden Belastungen sowie der Symptome der Anrufer untersucht.

Ergebnisse:

Dabei wurde keine signifikante Veränderung der Inanspruchnahme in dem betrachteten Zeitraum festgestellt. Die Analyse der Nutzerverteilung ergab, dass nach den aktiven und ehemaligen Soldaten die Angehörigen die zweitgrößte Nutzergruppe stellen. Die Zuordnung der Anfragen zu den Einsatzgebieten erbrachte, dass die ISAF-Soldaten rund 64 % der Nutzer ausmachten. Durchschnittlich gingen 0,54 Anrufe pro Tag ein.

Schlussfolgerungen:

Die vorliegenden Ergebnisse weisen darauf hin, dass dieses niedrigschwellige Beratungsangebot sowohl für psychisch belastete Soldaten und Reservisten als auch für deren Angehörige und Partner von Bedeutung ist.

Evaluation of a phone based counseling service for soldiers with deployment related mental health problems and their families

Summary

Background:

In May 2009, the German Bundestag released a resolution initiating a phone-based approach to reach out to soldiers suffering from mental health problems after returning from their deployment. Affected soldiers as well as their family members can anonymously seek help and support through this counseling hotline which is attended by personnel of the “Center of Psychotraumatology Treatment and Research” at the Bundeswehr hospital, Berlin.

Methods:

A total of 542 calls were received during the survey period from May 2009 to July 2011. Calls were analyzed for frequency of occurrence, characterization of user groups as well as the content of the calls.

Results:

There was no significant increase in the frequency of usage throughout the years. The distribution of data showed that family members are a large user group. The classification of callers to their area of deployment revealed that active duty soldiers and veterans portray most of the callers followed by family members and spouses.

Conclusions:

The results indicate that this lowthreshold service has an impact on soldiers and veterans dealing with post deployment stress reactions as well as on their family members. Key words: PTSD, phone based counseling service, psychosocial support

1. Einführung

Die erheblichen physischen und psychischen Belastungen, denen Soldaten im Auslandseinsatz häufig ausgesetzt sind, steigen mit zunehmender Einsatzintensität [1]. So ist die Zahl der Soldaten, die mit einsatzbedingten psychischen Störungen, unter anderem mit einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS), behandelt wurden, in den vergangenen Jahren von 642 im Jahre 2009 über 1 097 in 2010 bis hin zu 722 in den ersten sieben Monaten des Jahres 2011 angestiegen. 2011 sind fast 84 % der erkrankten Soldaten einem ISAF-Kontingent zuzuordnen [2].

Die Häufigkeit einer PTBS liegt nach einer Untersuchung von Hauffa et. al. [3] bei den Soldaten der Bundeswehr nach einem Auslandseinsatz zwischen 0,9 und 2,5 %. Eine aktuelle Studie von Wittchen et. al. [4] bestätigt diese Angabe mit einer Prävalenz von 2 %. Die Rate der Betroffenen die den Kriterien einer Depression entsprechen , beträgt 5,0 % [3]. Im Gegensatz dazu liegt in den US-amerikanischen Streitkräften die Häufigkeit der Soldaten, die nach dem Afghanistan Einsatz positiv auf eine PTBS getestet wurden, bei 6,2 %, während 14,2 % den Prüfkriterien einer Depression entsprechen [5].

Angesichts dieser Prävalenzen kommt der Behandlung einsatzbedingter Belastungsreaktionen ein zunehmend höherer Stellenwert in der Gesundheitsvorsorge von Soldaten zu [1]. Auch US-amerikanische Studien belegen, dass mit zunehmender Einsatzbelastung, zum Beispiel durch die aktive Teilnahme an Kampfhandlungen, das Auftreten einer PTBS zusätzlich verstärkt wird [5, 6]. Hoge et al. [5] zeigen auch, dass nur 23-40 % der Soldaten mit psychischen Störungen tatsächlich professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Die Studie von Wittchen et al. [4] hat ergeben, dass nur 48 % der Bundeswehrsoldaten, die unter einer posttraumatischen Belastungsstörung leiden, Hilfsmöglichkeiten wahrgenommen haben. Dies unterstreicht die Notwendigkeit niedrigschwelliger Hilfsund Beratungsangebote für Soldaten mit einsatzbedingten psychischen Störungen.

In einer Umfrage zu den verschiedenen niedrigschwelligen technologischen Zugängen zu Unterstützungsangeboten gaben 69 % der Einsatzsoldaten an, dass sie sich vorstellen könnten, das Telefon als Kontaktmöglichkeit zu nutzen [7]. Niedrigschwellige Interventionsangebote reduzieren Kontakthindernisse wie Angst vor Stigmatisierung, lange Wartezeiten oder eingeschränkte regionale Verfügbarkeiten [8, 9].

Bereits im Mai 2009 wurde aufgrund der steigenden Behandlungszahlen von an PTBS erkrankten Soldatinnen und Soldaten von 83 in 2006 auf 149 in 2007 und 245 in 2008 [2] eine zeitlich durchgängig erreichbare und kostenfreie Telefonhotline unter der Nummer 0800 5887957 etabliert. Die Anrufe werden vom jeweils diensthabenden Arzt der Abteilung VIA (Neurologie) beziehungsweise VIB (Psychiatrie) des Bundeswehrkrankenhauses Berlin entgegengenommen. Die fachliche Betreuung und gegebenenfalls notwendige weitere Beratung erfolgen durch in der Psychotraumatologie erfahrene Mitarbeiter des Psychotraumazentrums.

Rund um die Uhr können Betroffene, Angehörige und andere Bezugspersonen hier kostenlos und anonym Fragen zur Erkrankung und den damit verbundenen Hilfs- und Behandlungsmöglichkeiten stellen. In den Gesprächen werden die Anrufer beraten und gegebenenfalls an die entsprechenden Ansprechpartner vermittelt. Es findet keine Diagnosestellung oder therapeutische Intervention über das Telefon statt. In ihren Grundsätzen gleicht die Telefonhotline den ethischen Prinzipien der Telefonseelsorge und ihrer internationalen Vereinigung (IFOTE) [10]. In den USA wurde bereits 2007 eine Telefonhotline etabliert. Hefling [11] berichtet über ein automatisiertes Programm, mit dem Soldaten, Reservisten und Angehörige, die nicht in der Nähe eines Stützpunktes leben oder keinen Zugang zu einer persönlichen Beratung haben, Hilfe zum Umgang mit posttraumatischem Stress und anderen psychologischen Themen über eine interaktive und bilinguale Telefonhotline einholen können.

Bisher gibt es weder nationale noch internationale Veröffentlichungen zur Evaluation telefonischer Beratungsangebote für Soldaten oder vergleichbarer ziviler Gruppen. Lediglich für die inhaltlich ähnliche Online-Beratung für Bundeswehrangehörige auf www.angriff- auf-die-seele.de liegen publizierte Daten vor [12]. Ziel der vorliegenden Studie war es, die Inanspruchnahme der Telefonhotline ab Ende Mai 2009 bis Ende Juli 2011 zu evaluieren und die Nutzergruppen sowie Gesprächsinhalte zu charakterisieren. Damit soll der Nutzen der Hotline für das Psychosoziale Netzwerk der Bundeswehr überprüft werden.

2. Methoden

Im Zeitraum vom 25.05.2009 bis 27.07. 2011 wurden die Häufigkeiten der Anrufe sowie die Gesprächsinhalte handschriftlich und formlos protokolliert. Diese Daten wurden anschließend durch einen Mitarbeiter des Psychotraumazentrums digitalisiert. Die ausschließlich qualitativen Angaben wurden mittels Expertenrating kategorisiert und anschließend ausgewertet. Die folgenden Kategorien wurden aus den Rohdaten extrahiert: nutzende Personengruppen, Einsatzgebiete, erlebte Belastungssituationen, geschilderte Symptome und Anliegen. Zum Einsatz kamen deskriptive und non-parametrische Verfahren (Kruskal- Wallis-Test). I

nsgesamt wurden 542 Anrufe registriert, für 224 Anrufe lagen valide Dokumentationen vor. Bei den restlichen Kontakten waren die Anliegen nicht erkennbar oder nicht auf die psychosoziale Thematik bezogen („Fehlanrufe“). Anfragen von Soldaten anderer Streitkräfte und ziviler Patienten ohne Bundeswehrbezug oder aus dem Medienbereich wurden ausgeschlossen. Insgesamt wurden die Inhalte von 194 bundeswehrbezogenen Anrufen in die Auswertung einbezogen.

3. Ergebnisse

In der Abbildung 1 ist die Häufigkeitsverteilung der Anrufe vom Tag der Inbetriebnahme der Hotline im Mai 2009 bis zum Ende des Beobachtungsintervalls Juli 2011 grafisch dargestellt. Insgesamt lag der Tagesdurchschnitt bei 0,544 Anrufern. Dabei zeigten sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den Jahren (2009: 0,549; 2010: 0,495; 2011: 0,619; Kruskal- Wallis-Test: N = 542, df = 2, X² = 1,293; p = 0,524).

Die Verteilung der Nutzergruppen der Hotline wird in Abbildung 2 dargestellt. Den größten Anteil stellten Soldaten, Reservisten und ehemalige Soldaten mit 80 Anrufern dar, während in 76 Fällen Anfragen von Angehörigen oder Partnern eingingen.

Bei 152 von den insgesamt 194 Anrufen wurden Angaben zum Einsatzgebiet gemacht. Dabei nannten einige Anrufern auch mehrere Einsatzgebiete. Die detaillierten Hinweise dazu finden sich in Tabelle 1.

75 Anrufe konnten hinsichtlich potenzieller Belastungsfaktoren analysiert werden. Diese sind in Tabelle 2 dargestellt. Psychische Symptome wurden von 130 Anrufern aufgeführt (Tab 3). Die verschiedenen Anliegen der Nutzer wurden in ihrer Gesamtheit protokolliert. Auch hier waren Mehrfachnennungen möglich. Es kamen 51 Anfragen von Nutzern, die erfragten, welche Angebote zur psychosozialen Versorgung im Versorgungssystem der Bundeswehr bereitstehen oder Hinweise zum Umgang mit belasteten Soldaten wünschten, und 41 Anfragen zu einer allgemeinen Beratung. 13 Nutzer wünschten akute Hilfe beziehungsweise fragten nach Terminen mit Psychologen. 9 Anrufer stellten fachfremde Fragen und 6 Nutzer wollten als Außenstehende Informationen einholen, zum Beispiel Pressevertreter. 34,5 % der Betroffenen wurden an die fachärztlichen Untersuchungsstellen der Bundeswehrkrankenhäuser verwiesen. 33,2 % wurde empfohlen, andere Anlaufstellen, zum Beispiel Truppenarzt, Sozialdienst oder zivile Initiativen, zu kontaktieren.

Bei 20,6 % der Anrufer wurde durch den entgegennehmenden Arzt der Verdacht auf eine PTBS dokumentiert. 12,9 % der Anrufenden gaben an, bereits vor der Kontaktaufnahme mit der Telefonhotline professionelle Hilfe in Form einer bundeswehrinternen oder zivilen therapeutischen Behandlung in Anspruch genommen zu haben.

4. Diskussion

Das Mitte 2009 in Betrieb genommene niedrigschwellige und kostenfreie Angebot der Telefonhotline ist, ebenso wie die Telefonseelsorge, ein mediales Hilfsangebot, um Menschen in Not zu erreichen [13]. Die Resultate dieser Studie lassen darauf schließen, dass die Hotline im Vergleich zur Online-Beratung über das Internet (www.angriff-auf–dieseele. de), die zeitgleich entstanden ist [12], vergleichsweise häufiger frequentiert wird (0,54 versus 0,27 Anfragen pro Tag). Sie soll es Betroffenen und Angehörigen ermöglichen, anonym Beratung und Unterstützung zu erhalten, auch wenn sie keine Anlaufstelle des Psychosozialen Netzwerkes der Bundeswehr aufsuchen möchten.

Daher wurde zunächst geprüft, ob die Nutzer der Hotline der angestrebten Zielgruppe entsprechen. Die Hauptnutzer sind aktive und ehemalige Soldaten sowie deren Angehörige. Ein Drittel der genannten Belastungen stellen potenzielle A-Kriterien gemäß ICD-10 F 43.1 (PTBS) dar. Viele der genannten Symptome finden sich ebenfalls in den diagnostischen Kriterien für die PTBS wieder. Diese Daten lassen in Verbindung mit den von den beratenden Ärzten geäußerten Verdachtsdiagnosen vermuten, dass bei einem nicht unerheblichen Teil der Betroffenen eine klinisch relevante, traumabedingte Symptomatik vorliegt. Die meisten der genannten Belastungen und die daraus resultierenden Symptome stehen zumindest mittelbar in Verbindung zu einem Auslandseinsatz. Damit hat die Bundeswehr das Ziel, ein anonymes Beratungsangebot als zusätzliche Komponente der psychosozialen Versorgung für die oben genannte Zielgruppe zu initiieren, erreicht.

Der hohe Beratungsbedarf im Zusammenhang mit dem ISAF-Einsatz, der bereits für das Online-Beratungsangebot nachgewiesen wurde (53 %; [12]), konnte in unserer Untersuchung reproduziert werden (64 %). Der Anteil an den ISAFbezogenen Behandlungsfällen der Bundeswehrkrankenhäuser und fachärztlichen Untersuchungsstellen liegt mit 84 % in den ersten sieben Monaten des Jahres 2011 noch deutlich darüber [2].

Der mit 39 % sehr hohe Anteil an Angehörigen unter den Nutzern lässt einen besonderen Beratungsbedarf in dieser Gruppe annehmen. Dabei wurde oft nach speziellen Ratschlägen zum Verhalten gegenüber Betroffenen gefragt. Dies lässt auf Unsicherheiten im Umgang mit belasteten Soldaten sowie eine relevante eigene Belastung der Angehörigen schließen. Da die soziale Unterstützung eines Betroffenen durch seine Bezugspersonen der bedeutendste Prädiktor für das Auftreten von psychischen Folgeschäden nach traumatischen Erlebnissen ist [14], sollten Angehörige und Partner in dieser wichtigen Funktion umfassend beraten werden. An dieser Stelle ergeben sich Ansatzpunkte zur weiteren Verbesserung der psychosozialen Unterstützung.

Die Zahl der Anrufer, die angaben, vor der Beratung durch die Telefonhotline bereits eine bundeswehrinterne oder auch zivile Psychotherapie in Anspruch genommen zu haben, ähnelt denen einer amerikanischen Studie [5]. Aufgrund der Unterschiede in der Erhebungsmethodik und Stichprobe ist die Vergleichbarkeit jedoch eingeschränkt. Im Rahmen der Evaluation des Beratungsangebots müssen auch die organisatorischen Bedingungen diskutiert werden. Aufgrund der über die Jahre stabilen Anzahl von Anrufen scheint die nebenamtliche Betreuung der Hotline durch die diensthabenden Ärzte des Psychotraumazentrums ausreichend. Ein Ausbau der Beratungskapazität, zum Beispiel durch den Aufbau eines professionellen Call-Zentrums, ist derzeit nicht notwendig. Gleichwohl wurden bei zwei Dritteln der Anrufe psychische Symptome genannt und häufig auch eine weiterführende fachärztliche Diagnostik für notwendig erachtet. Die Beratung sollte daher weiterhin durch in der Psychotraumatologie erfahrene Ärzte erfolgen.

Die Aussagekraft der hier präsentierten Studie ist aufgrund der nicht standardisierten Gesprächsführung und Dokumentation begrenzt. Direkte Rückfragen zu persönlichen Daten und Symptomen sind nur sehr eingeschränkt möglich, da die Angst der Nutzer vor einer möglichen Identifizierung hoch ist und viele Symptome stark schambesetzt sind. Der Charakter eines psychiatrischen Gespräches sollte unbedingt vermieden werden, da Kontakte zum professionellen Hilfesystem mit starken Hemmungen verbunden sind [1] und die Grenzen zur Beratung deutlich und unzulässig überschritten würden. Die Kategorien ließen sich daher nur für einen Teil der Anrufe auswerten, da die entsprechenden Informationen häufig nicht angegeben beziehungsweise nicht dokumentiert wurden. Dass die Daten nicht standardisiert erfasst und protokolliert wurden, zeigt sich auch in den entstandenen Kategorien. So wurden manchmal einzelne Symptome, wie zum Beispiel Hyperarousal oder Intrusionen, in anderen Fällen aber auch Symptomkomplexe, zum Beispiel „PTBS-Symptome“, dokumentiert. Das Erstellen eines Instruments zur standardisierten Protokollierung der Anrufinhalte wäre sowohl zur Verbesserung der Datenqualität als auch zur Qualitätskontrolle der Beratung empfehlenswert.

5. Schlussfolgerungen

Anonyme Beratungsmöglichkeiten wie die in dieser Studie evaluierte Hotline könnten eine Möglichkeit darstellen, Kontakthindernisse abzubauen und damit die von Wittchen [6] beschriebene „Dunkelziffer“ zu senken. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Beratung von Angehörigen und Partnern, die die zweitgrößte Nutzergruppe der Hotline stellen. Diese Angehörigenberatung sollte gegebenenfalls durch weitere niedrigschwellige Angebote verstärkt werden. Wünschenswert wäre hier zum Beispiel eine zusätzliche Internet- basierte Komponente, die speziell auf die Angehörigen und Partner von Einsatzsoldaten mit einsatzbezogenen Belastungsreaktionen ausgerichtet ist.

Literatur:

  1. Zimmermann PL, Hahne HH, Stöhle A: Psychiatrische Erkrankungen bei Bundeswehrsoldaten: Veränderungen in der Inanspruchnahme medizinischer Versorgungssysteme im Vergleich der Jahre 2000 und 2006. Trauma und Gewalt 2009; 3(4): 316-327.
  2. Meldung einsatzbedingter psychischer Störungen, Psychotraumazentrum der Bundeswehr, Berlin, 2011.
  3. Hauffa R, Brähler E, Biesold KH, Tagay S: Psychische Belastungen nach Auslandseinsätzen: Erste Ergebnisse einer Befragung von Soldaten des Einsatzkontingentes ISAF VII. Psychotherapie, Psychosomatik, medizinische Psychologie 2007, 57: 373-378.
  4. Wittchen HU, Schönfeld S: Traumatische Ereignisse, PTBS und andere psychische Störungen bei Soldaten mit und ohne Auslandseinsatz. Pressemitteilung 2011.
  5. Hoge CW, Castro CA, Messer SC, McGurk D, Cotting DI, Koffmann R: Combat Duty in Iraq and Afghanistan, Mental Health Problems, and Barriers to care. N Engl J Med 2004, 351(1): 13-22.
  6. Litz BT, Orsillo SM, Friedman M, Ehlich P, Batres A: Posttraumatic Stress Disorder Associated with Peacekeeping Duty in Somalia for U.S. Military Personnel. American Journal of Psychiatry 1997, 154(2): 178-184.
  7. Wilson JAB, Onorati K, Mishkind M, Reger MA, Gahm GA: Soldier Attitudes about Technology-Based Approaches to Mental Health Care. Cyber Psychology & Behavior 2008, 11(6): 767-769.
  8. Zamorski MA: Towards a Broader Conceptualization of Need, Stigma, and Barriers to Mental Health Care in Military Organizations: Recent Research Findings from the Canadian Forces. Paper presented at the NATO RTO - HFM-205, 2011.
  9. Weber T: Handbuch Telefonseelsorge. Göttingen: Vandenhoek & Ruprecht, 2006, S. 104.
  10. Hücker FJ: Sorgen kann man teilen: Das Konzept der Telefonseelsorge. Sozial Extra 2011, 35(3/4): 10-15.

 

Weitere Literatur bei den Verfassern erhältlich.

Datum: 31.01.2012

Quelle: Wehrmedizinische Monatsschrift 2011/10